Automatisch erzeugte Untertitel sind ein Entwurf. Sie können Namen verwechseln, Satzgrenzen falsch setzen und Geräusche übergehen, die für das Verständnis wichtig sind. Kontrolliere deshalb zuerst den Inhalt am tatsächlichen Ton. Erst danach lohnt es sich, Schrift, Zeilenumbrüche und Einblenddauer im Detail abzustimmen.

Vom Transkript zur lesbaren Einheit

Teile Text nach Sinn und Sprechverlauf. Ein Artikel sollte möglichst nicht allein am Zeilenende stehen, während sein Substantiv in die nächste Zeile rutscht. Halte zusammengehörige Namen, Zahlen mit Einheiten und kurze Wortgruppen beieinander. Dadurch wird der Text auch ohne erneutes Lesen verständlicher.

Lange Sätze müssen nicht als ein einziger Block erscheinen. Teile sie an passenden Pausen oder Sinnabschnitten, ohne die Aussage umzuschreiben. Wenn ein Sprecher sehr schnell viele Fachbegriffe nennt, kann mehr Lesezeit nötig sein. Überprüfe, ob sich der Schnitt etwas öffnen lässt, statt die Schrift immer kleiner zu machen.

Timing mit dem Bild prüfen

Lass die Einblendung zum gesprochenen Abschnitt passen. Ein Untertitel sollte keine Antwort verraten, bevor sie hörbar wird, und nicht lange über einem neuen Thema stehen bleiben. Bei einem Sprecherwechsel muss erkennbar sein, wer spricht, insbesondere wenn die betreffende Person nicht im Bild ist.

Spiele den Abschnitt bei normaler Geschwindigkeit ab und lies mit, ohne anzuhalten. Anschließend schaue dieselbe Stelle ohne Ton. Werden wichtige Geräusche, etwa ein Signalton als Bestätigung, nur akustisch vermittelt? Ergänze verständliche Hinweise, sofern sie für den Inhalt nötig sind. Eine vollständige Beschreibung jedes Hintergrundgeräuschs wäre dagegen meist ablenkend.

Einen überfüllten Untertitel überarbeiten

Angenommen, eine Person sagt in einem Atemzug: „Öffnen Sie die Einstellungen, wählen Sie den Projektordner und bestätigen Sie anschließend mit Übernehmen.“ Drei Aktionen treffen hier auf einen langen Textblock. Teile die Einblendungen entlang der tatsächlichen Schritte und zeige jeweils die passende Bedienung. Der erste Hinweis muss nicht bis zum Ende aller drei Aktionen stehen bleiben.

Wenn die Sprache schneller ist als die sichtbare Vorführung, prüfe eine neue Aufnahme des Kommentars oder etwas mehr Bildzeit. Ein Untertitel, der nur eine halbe Sekunde aufblitzt, wird nicht durch kleinere Schrift besser. Kürze die Erklärung redaktionell nur dann, wenn Bedeutung und notwendige Angaben erhalten bleiben. Automatisch gestrichene Wörter können gerade bei Verneinungen den Sinn umkehren.

Kontrolliere Zahlen besonders sorgfältig. „15“ und „50“ können akustisch verwechselt werden, und ein falscher Wert in einer Anleitung ist schwerwiegender als ein unglücklicher Zeilenumbruch. Vergleiche Zahlen, Einheiten, Produktnamen und Fachbegriffe mit den freigegebenen Angaben. Verlasse dich bei diesen Stellen nicht ausschließlich auf die automatische Erkennung.

Bei zwei gleichzeitig sichtbaren Sprechern kann eine eindeutige Kennzeichnung nötig sein. Prüfe, ob Positionierung oder kurze Namen die Zuordnung verständlich machen. Verwende die gewählte Methode konsistent und vermeide eine Farbunterscheidung als einziges Signal. Der Text muss auch dann zuordenbar bleiben, wenn die Farben nicht sicher unterschieden werden.

Platz und Kontrast abstimmen

Prüfe Text über den hellsten und unruhigsten Bildern. Eine geeignete Hintergrundfläche oder Kontur kann die Lesbarkeit verbessern. Achte darauf, dass Namen, Produktdetails und Bedienoberflächen frei bleiben. Ein fest gewählter Platz funktioniert nicht zwangsläufig in jeder Einstellung, vor allem beim Wechsel zwischen Quer- und Hochformat.

Teste die tatsächliche Exportdatei auf einem kleinen Bildschirm. Die große Vorschau im Schnittprogramm kann eine zu kleine Schrift verbergen. Prüfe auch Satzzeichen, Sonderzeichen und die letzte Einblendung. Wird eine separate Untertiteldatei geliefert, kontrolliere sie zusätzlich im Zielplayer, da dessen Darstellung von der Schnittvorschau abweichen kann.

Behalte eine bearbeitbare Textfassung. Wenn der Schnitt später gekürzt wird, müssen die Zeitmarken erneut geprüft werden. Eine korrekt geschriebene Untertiteldatei für eine ältere Version ist für die neue Fassung nicht automatisch richtig, selbst wenn nur wenige Sekunden entfernt wurden.