Eine feste Zahl von Wörtern pro Minute kann einen ersten Anhaltspunkt geben, ersetzt aber keine Sprechprobe. Ein Text mit Zahlen, Namen und Bedienungsschritten wird anders gesprochen als eine lockere Einleitung. Außerdem verbrauchen Bilder Zeit, selbst wenn niemand spricht. Schätze deshalb zunächst die Sprache und ergänze danach die Stellen, an denen das Publikum etwas erkennen oder eine Handlung verfolgen muss.

Die eigene Sprechprobe messen

Wähle einen repräsentativen Abschnitt, lies ihn in der vorgesehenen Haltung und stoppe die Zeit. Bei 120 Wörtern in 60 Sekunden liegt die gemessene Geschwindigkeit bei 120 Wörtern pro Minute. Ein Text mit 240 ähnlichen Wörtern würde bei diesem Tempo etwa zwei Minuten reine Sprache benötigen. Diese Rechnung ist eine Hochrechnung, keine zugesicherte Filmlänge.

Messe nicht nur eine besonders flüssige Passage. Wenn der Film technische Begriffe enthält, gehören diese in die Probe. Auch eine ungeübte sprechende Person sollte ihr eigenes Tempo finden dürfen. Ein von jemand anderem schnell vorgelesener Text kann die spätere Dauer deutlich unterschätzen. Nimm nach Möglichkeit die Person auf, die tatsächlich im Film spricht.

Nicht jede Pause addieren

Eine natürlich gelesene Probe enthält bereits Atem- und Satzpausen. Addiere diese nicht noch einmal pauschal. Zusätzliche Zeit braucht nur, was in der Probe noch nicht stattgefunden hat: etwa das Öffnen einer Verpackung, ein still betrachtetes Diagramm oder ein längerer Ortswechsel. Markiere solche Stellen direkt im Skript.

Wenn Sprache und Handlung gleichzeitig laufen, zählt ihre gemeinsame Dauer nicht doppelt. Ein achtsekündiger Handgriff unter einem sechssekündigen Satz benötigt mindestens die acht Sekunden, zuzüglich sinnvoller Übergänge. Spricht die Person erst danach, werden beide Abschnitte hingegen nacheinander benötigt. Diese Unterscheidung erklärt viele zu optimistische Kalkulationen.

Eine konkrete Überlänge lösen

Angenommen, der geplante Beitrag soll neunzig Sekunden dauern. Die gemessene Sprache braucht bereits achtzig Sekunden, und ein notwendiger Aufbau benötigt zwanzig Sekunden ohne Kommentar. Dann passt der Inhalt noch nicht. Kürze eine Nebeninformation, vereinfache die Erklärung oder verlängere die vereinbarte Fassung. Beschleunige nicht einfach alle Sätze, wenn dadurch wichtige Schritte unverständlich werden.

Den Entwurf mit Bildern prüfen

Lege die Probeaufnahme in eine Zeitleiste und ergänze grobe Bildkarten. Dadurch werden fehlende Übergänge und zu kurze Betrachtungszeiten sichtbar. Die endgültige Dauer steht erst fest, wenn Sprache, Bilder und Pausen zusammen funktionieren. Bewahre die gemessene Fassung als Referenz auf, damit spätere Textänderungen nicht unbemerkt die gesamte Planung verschieben.