Ein Tutorial kann fachlich richtig sein und trotzdem am Publikum vorbeigehen. Wer eine Maschine bereits täglich bedient, braucht andere Hinweise als jemand, der sie zum ersten Mal sieht. Auch die Betrachtungssituation verändert den Film: Am Arbeitsplatz lässt sich ein Schritt vielleicht sofort ausprobieren, unterwegs fehlt dafür das Gerät. Beschreibe deshalb vor dem Schreiben eine konkrete Nutzungssituation, statt nur eine breite Altersgruppe zu nennen.
Eine Person mit einer Aufgabe beschreiben
„Menschen zwischen 20 und 60“ verrät wenig über den Inhalt. „Neue Mitarbeitende möchten vor der ersten Schicht den Etikettendrucker einrichten“ gibt dagegen einen Ausgangspunkt und eine Aufgabe vor. Notiere, was diese Personen bereits wissen und welche Begriffe noch erklärt werden müssen. Die Produktnummer kann bekannt sein, die Bezeichnung einer Verriegelung möglicherweise nicht. Zeige dann genau diese Verriegelung, bevor du mit ihrem Namen weiterarbeitest.
Vermeide eine erfundene Lebensgeschichte für eine Zielperson. Für die Planung reichen Angaben, die den Film tatsächlich verändern: Sprachverständnis, vorhandenes Gerät, erwartetes Vorwissen, verfügbare Zeit und Anlass des Aufrufs. Ist etwas unbekannt, kennzeichne es als Annahme und frage bei Menschen aus der vorgesehenen Gruppe nach. Eine kurze Rückfrage ist hilfreicher als ein aufwendig gestaltetes, aber unbelegtes Publikumsprofil.
Den tatsächlichen Bildschirm berücksichtigen
Ein Detail, das auf dem Schnittmonitor erkennbar ist, kann auf einem kleinen Telefon verschwinden. Prüfe Beschriftungen und Handgriffe in der Größe, in der der Beitrag voraussichtlich betrachtet wird. Eine Aufnahme der gesamten Werkbank erklärt den Raum, aber nicht unbedingt, welcher kleine Hebel bewegt werden soll. Dafür kann eine zusätzliche nahe Einstellung erforderlich sein.
Wenn das Video auch ohne Ton verständlich sein soll, müssen die entscheidenden Informationen sichtbar sein. Untertitel ersetzen dabei keine fehlende Aufnahme eines Handgriffs. Umgekehrt darf eine wichtige Warnung nicht nur für einen Augenblick als kleine Grafik erscheinen. Plane für komplexe Hinweise ausreichend Zeit und eine Formulierung, die auch ohne die vorherige Tonspur verständlich bleibt.
Zwei Betrachtungswege ausprobieren
Zeige einen frühen Entwurf einmal mit Ton auf einem größeren Bildschirm und einmal stumm auf dem Telefon. Bitte die Testperson jeweils um die nächsten zwei Handlungsschritte. Diese Aufgabe prüft Verständnis genauer als die Frage nach dem Gesamteindruck. Notiere, an welcher Stelle sie zurückspult oder raten muss.
Falls zwei Gruppen grundverschiedene Erklärungen benötigen, trenne die Einstiege oder erstelle zwei Fassungen. Ein erfahrener Nutzer braucht vielleicht nur die geänderte Funktion, ein Anfänger zusätzlich die Grundbedienung. Eine gemeinsame Aufnahmebasis ist möglich; die Reihenfolge und die Erklärlänge müssen trotzdem zum jeweiligen Bedarf passen.