Ein Skript beantwortet, was im Film zu hören und zu sehen sein soll. Ein Briefing klärt zunächst, warum der Film entsteht und unter welchen Bedingungen er funktionieren muss. Fehlt diese Ebene, werden später häufig Formulierungen diskutiert, obwohl eigentlich die Zielgruppe oder der Verwendungszweck unklar ist. Für ein kleines Projekt genügt dafür meist eine übersichtliche Seite, die alle Beteiligten lesen können.
Entscheidungen von Wünschen unterscheiden
Beginne mit Anlass, Publikum und gewünschtem Ergebnis. Ein Beispiel: Eine Bibliothek möchte zeigen, wie neue Mitglieder einen Medienausweis abholen. Der Film soll die Vorbereitung erklären, nicht sämtliche Angebote des Hauses vorstellen. Ergänze, wo er erscheint, ob Ton vorausgesetzt werden darf und welche Sprachfassungen gebraucht werden. „Modern und dynamisch“ ist dagegen zunächst ein Gestaltungswunsch, aus dem noch keine überprüfbare Aufgabe folgt.
Halte feste Angaben getrennt von offenen Punkten fest. Sind der Abholort und die benötigten Unterlagen bestätigt, können sie ins Skript. Ist das Verfahren gerade in Änderung, braucht dieser Punkt einen Verantwortlichen und einen Klärungstermin. Ein Fragezeichen im Briefing ist besser als eine vermutete Information im fertigen Video. Markiere auch, welche Person die sachliche Richtigkeit prüfen kann.
Den Lieferumfang konkret machen
„Ein Video für alle Kanäle“ ist kein eindeutiger Umfang. Notiere die Anzahl der Fassungen, ihre ungefähren Längen, Seitenverhältnisse, Untertitel und gewünschten Dateien. Ein horizontaler Hauptfilm und ein vertikaler Ausschnitt können andere Bildausschnitte und Texte erfordern. Wenn ein offenes Schnittprojekt mitgeliefert werden soll, gehört auch das vorab in die Planung. Musikrechte oder fremdes Bildmaterial lassen sich nicht automatisch mit einem Projektordner weitergeben.
Lege den Ablauf der Rückmeldungen fest: Wer sammelt Kommentare, wer entscheidet bei Widersprüchen und bis wann müssen Änderungen vorliegen? „Alle können etwas sagen“ kann sinnvoll sein, braucht aber eine Person, die daraus einen umsetzbaren Auftrag macht. Trenne die sachliche Prüfung von späteren Geschmacksfragen, damit eine bereits gefilmte falsche Information nicht erst bei der Endabnahme auffällt.
Einen Widerspruch früh sichtbar machen
Prüfe das Briefing mit einem einfachen Gegenbeispiel. Soll ein dreißigsekündiger Film zwölf Bedienungsschritte vollständig erklären, passen Umfang und Zeit wahrscheinlich nicht zusammen. Entscheide dann zwischen einer Übersicht mit weiterführender Anleitung und einem längeren Tutorial. Schreibe diese Entscheidung ins Briefing, statt sie beim Schnitt stillschweigend zu treffen.
Datieren und versionieren hilft auch bei kleinen Projekten. Wenn sich der Zweck ändert, aktualisiere die betreffende Passage und prüfe ihre Folgen für Dreh, Text und Abgabe. Ein Briefing soll Änderungen ermöglichen, aber ihre Auswirkungen sichtbar halten. Es ist erst dann nützlich, wenn das spätere Skript mit seinen festgehaltenen Entscheidungen übereinstimmt.