Für ein kurzes Gespräch mit einer festen Kamera muss niemand zwanzig sauber gezeichnete Bildfelder anlegen. Bei einer Anleitung, einem Ortswechsel oder einer Bewegung durch mehrere Einstellungen kann eine Skizze dagegen eine teure Unklarheit beseitigen. Entscheidend ist nicht die zeichnerische Qualität, sondern welche Frage das Storyboard beantwortet. Es soll eine Aufnahmeentscheidung sichtbar machen, bevor dafür Menschen und Technik bereitstehen.
Zeichnen, was sonst missverstanden wird
Angenommen, eine Person nimmt ein Werkzeug vom Tisch und setzt es rechts daneben ein. Eine Skizze zeigt, auf welcher Seite die Kamera steht, wo die Hand ins Bild kommt und in welche Richtung das Werkzeug wandert. Im nächsten Bildfeld lässt sich sofort prüfen, ob die Bewegung fortgesetzt oder unbeabsichtigt umgekehrt wird. Ein Pfeil mit einem kurzen Hinweis reicht dafür häufig aus.
Unterscheide Bewegung im Motiv von Bewegung der Kamera. Ein Pfeil neben einer Figur kann „Person geht nach links“ bedeuten; ein Pfeil am Bildrand sollte eindeutig als Schwenk oder Kamerafahrt beschriftet sein. Ohne diese Unterscheidung planen zwei Beteiligte leicht unterschiedliche Aufnahmen. Schreibe auch dazu, ob ein Bild eine einzelne Einstellung oder nur den Anfang beziehungsweise das Ende einer Bewegung zeigt.
Wenige Angaben pro Bildfeld
Notiere Bildgröße, wesentliche Handlung und gegebenenfalls den dazugehörigen Satz. Ein Detail einer Hand braucht eine andere Vorbereitung als eine Totale des Raums. Wenn ein Bildschirm lesbar sein muss, zeichne ihn groß genug ins Feld; eine kleine Symbolzeichnung am Rand verdeckt sonst das eigentliche Problem. Verwende das geplante Seitenverhältnis, damit die Anordnung später nicht überraschend beschnitten wird.
Halte technische Einzelheiten, die keinen Einfluss auf das Verständnis haben, in einer separaten Shotlist. Ein Storyboard mit langen Objektiv- und Zubehörlisten verliert seine schnelle Lesbarkeit. Fotos vom tatsächlichen Ort können als Grundlage dienen, wenn Skizzen nicht helfen. Markiere darauf nur die geplanten Positionen und Bildgrenzen, statt einen fertigen Look vorzutäuschen.
Die Folge ohne Erklärung ansehen
Lege die Bildfelder nebeneinander und gehe den Ablauf schweigend durch. Ist er nur verständlich, wenn du zusätzliche Bewegungen beschreibst, fehlt möglicherweise eine Einstellung. Prüfe besonders den Übergang von einer Übersicht zum Detail: Weiß das Publikum, wo das Detail im Raum liegt?
Nach einer Probe darf sich das Storyboard ändern. Bewahre die verworfenen Zeichnungen bei Bedarf als Notiz auf, aber gib dem Team nur die aktuelle Fassung. Ein geplanter Kamerazug, der vor Ort nicht sicher oder sinnvoll möglich ist, kann durch zwei ruhige Einstellungen ersetzt werden. Das Board beschreibt die Absicht; es muss nicht eine untaugliche technische Lösung erzwingen.
