Ein Greenscreen ist keine Garantie für saubere Kanten. Falten, Schatten und grüne Reflexionen auf Kleidung können das spätere Freistellen erschweren. Beginne mit dem tatsächlich benötigten Bildausschnitt. Für eine sitzende Person im Brustbild muss nicht der gesamte Raum grün sein. Die sichtbare Fläche muss aber alle vorgesehenen Bewegungen einschließlich Händen und Haaren abdecken.

Erst die grüne Fläche aufbauen

Spanne einen Stoff so, dass starke Falten verschwinden, und verhindere Bewegung durch Luftzug. Richte die Kamera auf den vorgesehenen Ausschnitt. Beleuchte den Hintergrund zunächst ohne Person. Zwei seitlich gerichtete Quellen können eine breite Fläche gleichmäßiger erfassen als ein einzelner heller Fleck in der Mitte. Vergleiche Ecken und Zentrum im Kamerabild, nicht nur mit den Augen im Raum.

Eine Belichtungsanzeige oder Waveform kann Unterschiede sichtbar machen. Es gibt jedoch keinen universellen Prozentwert, der für jede Kamera und jeden grünen Stoff funktioniert. Wichtig sind eine ausreichende Sättigung und erhaltene Zeichnung ohne große Helligkeitssprünge. Mehr Licht ist nicht automatisch besser: Ein sehr heller Schirm kann grünes Licht stärker auf die Person zurückwerfen.

Abstand für Schatten und Reflexionen

Rücke die Person vom Hintergrund ab, soweit der Raum erlaubt. Dadurch gelangen ihre Schatten weniger leicht auf die sichtbare Fläche, und grünes Rücklicht wird oft schwächer. Prüfe Haare, Ohren und glänzende Stoffe besonders sorgfältig. Ein grüner Saum auf einem reflektierenden Brillengestell lässt sich nicht immer ohne sichtbare Nebenwirkungen entfernen.

Beleuchte das Gesicht anschließend unabhängig. Die Richtung sollte zur später eingesetzten Szene passen. Zeigt der Ersatzhintergrund ein großes Fenster links, wirkt ein hartes Hauptlicht von rechts möglicherweise widersprüchlich. Lege deshalb den Hintergrund nicht erst fest, nachdem die Person fertig aufgenommen wurde. Auch Kamerahöhe und perspektivische Wirkung sollten zusammenpassen.

Einen echten Freistelltest machen

Nimm zehn bis zwanzig Sekunden mit den vorgesehenen Gesten auf. Lasse die Person die Hand vor dem Oberkörper bewegen und den Kopf drehen. Importiere diesen Clip in das Schnittprogramm und probiere die geplante Freistellung. Betrachte helle und dunkle Testhintergründe: Löcher in Kleidung und flimmernde Haargrenzen werden darauf unterschiedlich deutlich.

Wenn eine große grüne Fläche neben der Person schlecht entfernt wird, prüfe zuerst die Gleichmäßigkeit der Beleuchtung. Wenn nur die Kante problematisch bleibt, untersuche Bewegungsunschärfe, Reflexionen und die Aufzeichnung. Eine aggressive Key-Einstellung kann zwar Grün entfernen, zugleich aber feine Haare und transparente Details zerstören. Korrigiere nach Möglichkeit die Aufnahmeursache, statt sämtliche Regler stärker einzusetzen.

Kleidung und Bildrand vor dem Gespräch prüfen

Vermeide Kleidungsstücke und Gegenstände mit ähnlichen Farben wie der Screen, sofern sie erhalten bleiben sollen. Kontrolliere auch kleine Logos, Schmucksteine und reflektierende Flächen. Eine grüne Tasse kann im späteren Bild unbeabsichtigt durchsichtig werden.

Lass etwas Rand für die geplante Bewegung und zeichne einen kurzen leeren Hintergrund mit auf. Dieser ersetzt keinen sauberen Key, kann aber bei der Beurteilung von Schatten helfen. Bewahre den Testaufbau und die Einstellungen bis zum Ende der Aufnahme unverändert. Wird eine Lampe oder der Stuhl versetzt, ist ein neuer Test schneller als eine schwierige Reparatur aller nachfolgenden Clips.

Ein einfacher Test für bewegte Kanten

Eine Person mit dunklem Oberteil kann vor einem hellen grünen Screen zunächst sauber aussehen. Lasse sie nun die Finger spreizen und langsam vor dem Hintergrund bewegen. Werden die Zwischenräume grün oder verschwinden Fingerspitzen, untersuche den unbearbeiteten Clip vergrößert. Sind die Details dort bereits verschmiert, kann eine stärkere Freistellung sie nicht zurückbringen. Prüfe Belichtungszeit, Fokus und Aufzeichnung, bevor ein längeres Gespräch beginnt.