Beim Export ins Hochformat verschwinden oft genau die Informationen, die im Querformat selbstverständlich sichtbar waren: eine Hand, ein Produkt oder die zweite Person. Die Lösung beginnt deshalb vor dem Exportdialog. Erstelle eine eigene Fassung, deren Bildausschnitt und Grafiken für das schmale Format geprüft werden.
Eine Kopie mit klarer Aufgabe
Dupliziere die freigegebene Ausgangssequenz und benenne die Hochformatfassung eindeutig. Lege das geforderte Seitenverhältnis und die Pixelabmessungen fest. Bearbeite diese Variante, ohne die Querformatfassung unbemerkt zu verändern. Notiere, ob beide Versionen denselben Inhalt und dieselbe Länge behalten sollen.
Prüfe jeden Clip auf sein wichtigstes Motiv. Bei einem Interview ist das oft das Gesicht, bei einer Anleitung vielleicht die Hand oder eine Anzeige. Ein fester mittiger Ausschnitt kann diese Unterschiede nicht berücksichtigen. Positioniere das Bild je nach Handlung und kontrolliere Anfang, Mitte und Ende bewegter Einstellungen.
Beschnitt oder andere Gestaltung
Wenn ein breites Motiv nicht sinnvoll in den schmalen Ausschnitt passt, erzwinge keinen unverständlichen Crop. Eine andere Einstellung, ein neu aufgebautes Grafiklayout oder bewusst sichtbare Ränder kann die Information besser erhalten. Entscheidend ist der Zweck der Aufnahme, nicht die Pflicht, jede Fläche vollständig mit Bild zu füllen.
Automatische Umrahmung kann Arbeit sparen, braucht aber eine Sichtkontrolle. Prüfe, ob der Ausschnitt zwischen zwei Gesichtern springt oder einem unwichtigen Vordergrundobjekt folgt. Manuelle Schlüsselbilder sollten ruhig gesetzt sein und die Handlung unterstützen. Eine dauernd nachlaufende Kamera innerhalb des Bildes kann anstrengend wirken.
Texte und Ausgabe separat prüfen
Setze Titel und Untertitel für die neue Breite neu. Lange Zeilen müssen eventuell umbrochen oder anders platziert werden. Kontrolliere dabei, dass Namen vollständig bleiben und Text keine relevante Handlung verdeckt. Eine bloße Verkleinerung des gesamten Querformatlayouts führt häufig zu zu kleiner Schrift.
Exportiere eine kurze repräsentative Strecke und spiele sie auf einem tatsächlich kleinen Bildschirm ab. Prüfe die sichtbare Fläche im vorgesehenen Player, soweit dieser bekannt ist. Bedienelemente können Teile des Bildes überlagern. Verlasse dich nicht allein auf eine allgemeine Rahmenlinie im Schnittprogramm.
Kontrolliere anschließend die vollständige Hochformatdatei, einschließlich Ton, Anfang, Ende und aller Einblendungen. Gleiche die Sprache und Versionsnummer mit dem Dateinamen ab. Eine erfolgreiche Querformatprüfung gilt nicht automatisch für diese Variante, weil Bildausschnitt und Textdarstellung eigene Fehler erzeugen können.